• Am Abend eines ungewöhnlichen Tages: Routine-OP im Krankenhaus

    Routine-OP im Krankenhaus

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    Eine Erfahrung aus der Abteilung »Gynäkologie und Geburtshilfe« Von Mirjam Ullrich

Mittwoch, 21 Dezember 2016 – 12:28 Uhr

Herz-OP und danach: Gebraucht von Gott

Gebraucht von Gott
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Hier nun die Geschichte, wie es weiterging. Für alle, die heute ein Mutwort gebrauchen können. Von Heidi Kohl
 

»Lobe den Herrn, meine Seele,
Und was in mir ist, seinen heiligen Namen.
Lobe den Herrn, meine Seele
Und vergiss nicht, was er dir Gutes getan hat;
Der dir alle deine Sünden vergibt,
Und heilet alle deine Gebrechen,
Der dein Leben vom Verderben erlöst,
Der dich krönet mit Gnade und Barmherzigkeit,
Der deinen Mund fröhlich macht,
Und du wieder jung wirst wie ein Adler.«
(Psalm 103,1-5)

Der obige Psalm begleitete mich vor, während und nach meiner Herzoperation. Ich möchte nun zur Ehre Gottes erzählen, was ich alles erleben durfte, denn der HERR ist groß!

Natürlich hatte ich Angst vor diesem Eingriff, der ja nicht ungefährlich war, und vor allem, weil er nur in Lokalbetäubung durchgeführt werden sollte, wie ich beim Anfangsgespräch mit dem Kardiologen erfuhr. Diese Vorstellung bereitete mir große Probleme. In der Leiste links und rechts wird die große Vene und Arterie angestochen. Mehrere Katheter werden bis zum Herzen eingeführt und die Herzwand durchstoßen. Sodann werden mit Strom rund um die vier Lungenvenen die elektrischen Bahnen verödet. Das soll dann letztendlich dazu führen, dass kein Vorhofflimmern mehr auftritt.

Aber vor der Abreise zur Herz-OP galt es noch einige Hürden zu nehmen. Hier erlebte ich das Eingreifen Gottes zum ersten Mal; weitere wunderbare Führungen gab es dann im Krankenhaus. Der Termin für die Katheterablation fiel auf den 18. November, und ich sollte am 17. Dezember bereits am Morgen im Klinikum Wels sein, nüchtern versteht sich.

Eigentlich hatte ich geplant bereits am 11. November zu meinen Kindern zu fahren, um noch ein paar unbeschwerte Tage mit meinen Enkelkindern zu verbringen. Danach war Schonung angesagt, und ich konnte ja nicht wissen, was danach sein würde.

Wird es Komplikationen geben? Wie wird mein Körper auf diesen Eingriff reagieren? Was wird das Herz machen? Fragen über Fragen stürmten durch mein Gehirn. Aber ich betete sehr viel, rang oft stundenlang im Gebet mit Gott und bekam dann immer wunderbaren inneren Frieden.

Reparatur des Hagelschadens

Aber nun war der Hagelschaden am alten Bauernhaus noch nicht gerichtet. Inzwischen fiel der erste Schnee, und wenn es tagsüber taute, rann bereits Wasser durch die Decke. Ich telefonierte mit der Versicherung, mit dem Spengler, dann wieder mit den Leuten von der Versicherung in Innsbruck, schrieb Mails und betete, bettelte und … es ging einfach nichts weiter. Ich konnte nicht abreisen, und es war Montag, zwei Tage vor der letzten Möglichkeit der Abreise nach St. Gallen und zur Herz-OP. Und: Das Wasser tropfte unaufhörlich in die Zimmer des alten Bauernhauses.

An diesem 14. November, einem Montagmorgen, erhielt ich dann von der Versicherung per E-Mail die Mitteilung, dass mir der Schaden am alten Bauernhaus nicht bezahlt würde. Nun war meine Verzweiflung perfekt und komische Gedanken stiegen in mir auf, Gott habe mich verlassen. Was sollte ich nun tun, zwei Tage vor der Abreise?

Nun fing ich an herumzutelefonieren, von der Feuerwehr zum Nachbarn, von meinem Sohn bis zu einem adventistischen Bauunternehmer. Alle waren bereit mir zu helfen. Aber schließlich und endlich stellte sich heraus, dass es bei diesen Wetterverhältnissen nicht möglich wäre, auf das Dach zu steigen – zu gefährlich. So musste ich alles absagen; nur mein Sohn war bereits mit dem Zug zu mir unterwegs. Eigentlich wollte ich auch ihm absagen, aber da saß er schon im Zug, und wie sich später herausstellte, war er von Gott vorbereitet, einen Teil der Lösung zu bringen.

Gerade als ich mich am Abend auf den Weg machte, um ihn beim Bahnhof in Ehrenhausen abzuholen, rief mich der Spengler an, der einen Kostenvoranschlag von 5.500 € für die Reparatur des Daches gestellt hatte, und wollte sich mit mir treffen. Ich wollte ihn zwar nicht treffen, weil er mir einfach zu teuer war, willigte aber dann doch ein.

Jetzt betete ich noch ernsthafter: »HERR, du hast in Maleachi 3,10-11 verheißen, wenn wir treu den Zehnten geben, wirst du den Fresser schelten und Segen die Fülle herabschütten, und ich gebe dir bereits seit 32 Jahren den vollen Zehnten.«

Nun viel Zeit zum Nachdenken blieb mir nicht, und so machte ich mich auf den Weg zum Bahnhof. Auf dem Rückweg traf ich mich mit dem Spengler in einem Restaurant, und mein Sohn sollte dabei sein. Ich war 10 Minuten zu früh dran und sehr müde. Ich dachte mir, länger als bis um 8 Uhr warte ich nicht, denn was will mir der Spengler schon sagen. Er verlangt sowieso eine Summe, die ich nicht habe.

Aber um Punkt 20 Uhr war er da. Wir gingen ins Lokal, bestellten etwas zu trinken, und dann fing er zu reden an. »Frau Kohl, ich weiß, sie müssen in ein paar Tagen zur Herz-OP, deshalb bin ich jetzt hier, um ihnen zu sagen, sie können ganz beruhigt sein, ich werde das mit dem Dach während sie weg sind erledigen, und sie brauchen nichts zu bezahlen. Sie geben mir lediglich das, was die Versicherung für die anderen Häuser überwiesen hat. Ich werde mit meinen Leuten alte Platten auf Ihr Dach geben und damit hat sich's. Sie schließen dann eine bessere Versicherung ab, und beim nächsten Hagel machen wir dann ein neues Dach.«

Mir blieb der Mund offen stehen und ich schaute meinen Sohn fragend an. Gedanken schossen mir durch den Kopf wie: Gibt es so etwas? Gibt es noch barmherzige Menschen, gibt es noch Menschen mit Herz? Das hat Gott gemacht, Gott hat sein Versprechen wahr gemacht! Nun fragte ich den Dachdecker, wie er zu dieser Einstellung gekommen sei. Da erzählte er uns, wie er vor ein paar Jahren fast gestorben wäre, als er an einem Infekt erkrankte und zu ersticken drohte. Er wusste nicht, dass er einen Speiseröhrenkrebs hatte, der zusammen mit dem Infekt seine Luftröhre abschnürte. Er musste im Rettungsauto intubiert werden, sonst wäre er erstickt. Ja, Gott hatte ihm das Leben gerettet, und durch dieses dramatische Ereignis wurde der Krebs rechtzeitig erkannt und behandelt.

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Bevor wir uns dann verabschiedeten, bat er noch meinen Sohn, PU-Schaum zu besorgen und die Löcher am Dach von innen zuzukleben, da er erst in 14 Tagen die Platten am Dach auswechseln könne. Es waren mehr als 13 große Eternit-Wellplatten zum Austauschen. Nun konnten wir beruhigt schlafen gehen. Eine Last war nun weniger geworden.

Am nächsten Tag schlüpfte mein Sohn in Peters Arbeitskleidung und verschloss mit dem PU-Schaum die Löcher. Ich packte alle Sachen zusammen, auch Bücher und Missionsmaterial. Ich hatte ja Gott gebeten, mich im Krankenhaus zu gebrauchen. Am Mittwoch fuhren wir dann Richtung St. Gallen und am Donnerstag nach Wels.

Im Krankenhaus

Ich wurde am Donnerstag in der Früh im Welser Klinikum aufgenommen, und es standen einige Untersuchungen auf dem Programm. Als ich nach langem Warten gegen Mittag auf die Station kam, musste ich auch dort wiederum warten.

Inzwischen kam die Diätassistentin und ich besprach mit ihr meine Diät. Aber noch immer hatte ich kein Zimmer. Dann kam endlich ein junger Pfleger und sagte mir, dass ich ein Gangbett hätte. Keine Entschuldigung, nein, es war ganz selbstverständlich und normal, ja, ich hatte richtig gehört – es gab nur ein Gangbett für mich. Nun tobte ein Kampf in meinem Inneren, und es kamen wieder so komische Gedanken, dass Gott mich verlassen hat. Aber ich widerstand diesen Gedanken und betete: »HERR, du hast einen Plan und ich füge mich, und nehme diese Situation im Glauben an.«

Und es war dann wirklich so, dass noch eine zweite Frau mit mir auf dem Gang lag, mit der ich einen wunderbaren Kontakt herstellen konnte. Dann wurde ich mehrmals von Geschwistern angerufen und jeder fragte mich: »Hast du ein schönes Zimmer?« Jedes Mal musste ich antworten: »Nein, ich liege auf dem Gang.« Schweigen und Entsetzen. Ich erklärte: »Ich nehme es aus Gottes Hand. Er hat einen Plan.« Und so war es auch, wie ich etwas später feststellen durfte.

Nun passierten zwei Dinge, die mich auf einen sehr hohen positiven Gefühlslevel brachten:

1. Die Untersuchung: Am Nachmittag, ich war immer noch nüchtern, wurde ich von einem Wärter im Wagerl zur Untersuchung gebracht. Mit einer Kamera sollte in die Speiseröhre hineingefahren werden, um festzustellen, dass sich dort im Herzen keine Thromben befinden. Die Ärzte müssen sich ja nach allen Richtungen absichern, damit ja keine unvorhergesehenen Komplikationen auftreten. Der Doktor empfing mich freundlich und verkündigte: »Frau Kohl, das hier sind die einzigen Schmerzen, die sie spüren werden, aber auch nur 2 Minuten, denn ich werde ihnen morgen eine Narkose geben.« Wow, dachte ich mir, Gott, was hast du da Wunderbares vollbracht! Du fängst an, mir überall den Weg zu ebnen, nimmst mir meine Angst und erfüllst mir meine Wünsche.

Daraufhin sagte ich zum Arzt: »Das ist das schönste Geschenk, das sie mir machen können.« Nun bekam ich eine örtliche Betäubung mittels Spray (schmeckte scheußlich), und dann fuhr er mir mit einem dicken, schwarzen Schlauch in die Speiseröhre. Habe alles ertragen, schon aus der Freude heraus, dass ich am Folgetag eine Narkose bekommen würde, einfach einschlafen und aufwachen, nichts hören, nichts sehen, nichts spüren, einfach unglaublich! Was für einen Gott haben wir!

2. Gespräche mit meiner Gangnachbarin: Nun kam ich von der Untersuchung zurück auf den Gang und ruhte mich einige Zeit aus. Diese schmerzhafte Untersuchung hatte mich sehr mitgenommen. Als ich dann eine Stunde später zur Toilette ging und beim Bett meiner Nachbarin vorbei musste, fing ich mit ihr ein Gespräch an. Sie erzählte mir, warum sie hier sei und dass sie früher als Krankenschwester gearbeitet habe. Wir erzählten uns so einiges und dann legte ich mich wieder hin und fing an in der Bibel zu lesen, natürlich Psalm 103. Immer wieder wurde ich von Gedanken unterbrochen: »Gib deiner Nachbarin jetzt dein Buch, morgen hast du keine Gelegenheit mehr dazu.« Nachdem diese Gedanken ständig da waren, holte ich aus meiner Tasche meine Geschenkbücher heraus. Erstens das Buch Gesund werden – gesund bleiben und zweitens Schritte zu Jesus. Nun stand ich auf und überreichte ihr diese beiden Bücher.

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Sie schaute mich ganz verwundert an und fragte, wie sie zu dieser Ehre käme. Ich sagte darauf: »Ich habe mir diese Bücher mitgenommen, um sie jemanden, der sie brauchen könnte, zu schenken. Sie haben mir von ihren Gesundheitsproblemen erzählt und ich denke, in diesem Gesundheitsbuch ist sicher etwas für sie dabei. Auch habe ich eine kleine geistliche Lektüre für Sie.«

Sie begann dann zu lesen und kam nach etwa einer Stunde zu mir ans Bett. »Ich möchte ihnen diese Bücher bezahlen, die sind ja so wertvoll! Genau das Richtige für mich. Ich bin Ihnen so dankbar. Auch das Büchlein über Jesus werde ich lesen; ich gehe nämlich in einen Bibelkreis.« Nun war die Bahn frei für ein Bibel- und Glaubensgespräch, das sehr lange dauerte. Und ich schwebte auf Wolke sieben (Endorphinausschüttung pur), denn Gott hatte mein Gebet erhört und mir einen Menschen geschenkt, mit dem ich über den Glauben und über die Bibel sprechen konnte. Zwei Tage später, sie wurde bereits an meinem Operationstag entlassen, besuchte sie mich und bestellte drei weitere Gesundheitsbücher. So bekam ich ihre Adresse und wir können in einem Briefkontakt bleiben.

Wie wunderbar hat Gott alles gefügt! Durch diese Erfahrungen, erst mit dem Dachdecker, dann mit dem Arzt und drittens mit der bibelgläubigen Frau, wurde der Psalm 103 zu einem Jubelgebet des Lobpreises und Dankes. Deshalb war dieser Psalm die ganze Zeit in meinem Kopf, und als ich am nächsten Tag auf dem Operationstisch lag, betete ich ständig diesen Psalm.

Als ich nach fünf Stunden aufwachte, war wiederum dieser Psalm in meinen Gedanken verbunden mit Jubel, Freude und Dankbarkeit. Meine Gedanken waren völlig hell und klar, und andauernd wurde ich daran erinnert, was ich in den letzten Tagen und Stunden erleben durfte. Es war, als würde ich mich im Himmel befinden. (Normalerweise ist man nach einer Narkose sehr benebelt und müde!) Und natürlich bekam ich nach der Operation ein kleines Zimmer mit einer neuen Bettnachbarin.

Wieder zuhause

Fast drei Wochen war ich weg. Gott hatte das Wetter gelenkt und einen Föhneinbruch geschickt. Meine Nachbarin und liebe Geschwister haben immer wieder im Haus nachgeschaut, wenn notwendig geheizt und die Blumen oder das Glashaus gegossen. Sie waren ganz begeistert von meinem grünen Beet mitten im Winter. Das Grünzeug, Grünkohl, Spinat, Rucola, Vogelmiere und Zuckerhut, die im Glashaus sogar den Frost überleben, benötige ich für meine grünen Suppen, Smoothies und Salate.

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Am 4. Dezember machte ich mich mit dem Auto wieder auf den Weg in die Südsteiermark. Ja, ich wusste, nun gehst du nach Hause. Denn oft nach dem Tod meines Mannes Peter habe ich mich gefragt, wo ich denn überhaupt hingehöre; allein am Hof zu sein, war für mich unvorstellbar. Aber nun bin ich wieder allein auf dem Hof, darf Gott erfahren, die Stille und Ruhe genießen, mich erholen und wieder zu schreiben beginnen. Jeden Tag absolviere ich mein Bewegungsprogramm, um den Kreislauf wieder in Schwung zu bringen und jeden Tag trainiere ich meine Muskeln beim Einheizen. Ein tolles Fitnessprogramm, nämlich die schweren Holzstücke vom Holzstoß holen und zum Ofen transportieren und hineinwerfen, Asche ausleeren und wegbringen usw.

Wenn ich bedenke, die ersten Tage nach meiner Entlassung aus dem Krankenhaus konnte ich mir nicht einmal selbst den Karottensaft pressen, weil meine Muskeln so schwach waren. Auch bekam ich sofort bei jeder Anstrengung Herzschmerzen und starke Pulserhöhung. Auch nach der dreistündigen Fahrt nach Hause tat mir das Herz weh und der Puls wurde sehr schnell. Aber alles hat sich wieder beruhigt. Gott hat mir ja mit Psalm 103 wunderbare Verheißungen gegeben: »Du wirst wieder jung wie ein Adler!« (Vers 5) Ja, der HERR sei gepriesen, er ist treu, er ist gnädig, er ist barmherzig. »Er handelt nicht mit uns nach unseren Sünden und vergilt uns nicht nach unserer Missetat, denn so hoch der Himmel über der Erde ist, lässt er seine Gnade walten über denen, die ihn fürchten.« (Vers 10-11) Ja, danke HERR, du bist mein Gott!

Herzlichen Dank an alle, die für mich gebetet haben. »Danket dem HERRN, denn er ist freundlich und seine Güte währet ewiglich.« Möge der HERR Euch reichlich segnen und seine Güte erfahren lassen, mit lieben Maranathagrüßen

HEIDI

Fortsetzung: Ein Hofgut in der Südsteiermark für den Herrn: Nach zehn Jahren Abschied von Bethel?

Zurück zu Teil 1: Als Flüchtlingshelferin im Einsatz: In Österreich an der Front

Rundbrief Nr. 71, Kräuterhof-Gesundheitsschule Bethel, Schlossberg 110, 8463 Leutschach, Mobil: +43 (0)664 344733, , www.hoffnungsvoll-leben.at

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