• Ein Aufruf zu schlichter Kleidung: Die gefährliche Macht der Mode

    Die gefährliche Macht der Mode

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    Wie Gottes Kinder sich verzaubern lassen und dabei ihr Seelenheil verlieren. Von Ellen White
     
Montag, 03 April 2017 – 08:50 Uhr

Ein Aufruf zu schlichter Kleidung: Die gefährliche Macht der Mode

Die gefährliche Macht der Mode
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Wie Gottes Kinder sich verzaubern lassen und dabei ihr Seelenheil verlieren. Von Ellen White
 

In der Bergpredigt hielt Jesus seine Nachfolger an, sich nicht vom Irdischen vereinnahmen zu lassen. Er sagte geradeheraus: »Ihr könnt nicht Gott dienen und dem Mammon! Darum sage ich euch: Sorgt euch nicht um euer Leben, was ihr essen und was ihr trinken sollt, noch um euren Leib, was ihr anziehen sollt! Ist nicht das Leben mehr als die Speise und der Leib mehr als die Kleidung? … Und warum sorgt ihr euch um die Kleidung? Betrachtet die Lilien des Feldes, wie sie wachsen! Sie mühen sich nicht und spinnen nicht; ich sage euch aber, dass auch Salomo in all seiner Herrlichkeit nicht gekleidet gewesen ist wie eine von ihnen.« (Matthäus 6,25.29)

Das sind bedeutsame Worte. Sie gelten heute noch genauso wie damals. Jesus stellt hier die natürliche Schlichtheit der Feldblumen dem künstlichen Modeglanz gegenüber. Er erklärt, dass Salomos Prachtgewänder mit der natürlichen Schönheit der Blumen nicht mithalten konnten …

Haben unsere Schwestern genügend Leidenschaft und Courage, sich ohne Entschuldigung aufs Fundament der Bibel zu stellen? Der Apostel gibt seine  Anleitung zu diesem Thema ohne Umschweife: »Ich möchte, dass die Frauen in ihrer Erscheinung Zurückhaltung üben, indem sie sich anständig kleiden und nicht durch ihre Frisur oder durch Gold, Perlen oder kostbare Kleider die Aufmerksamkeit auf sich lenken. Denn Frauen, die Gott ehren wollen, sollen dadurch anziehend wirken, dass sie Gutes tun.« (1. Timotheus 2,9 Neues Leben) …

Schaut in den Spiegel!

Die Verirrungen in der Kleidung nehmen immer mehr zu. Ein Ende ist nicht abzusehen. Moden kommen und gehen und unsere Schwestern richten sich danach, koste es, was es wolle … Liebe Schwestern, schaut in den Spiegel, in Gottes Gesetz, und kontrolliert euer Verhalten an den ersten vier Geboten! Sie definieren eure Verantwortung vor Gott. Er erhebt Anspruch auf ungeteilte Zuneigung. Alles, was die Gedanken vereinnahmt und von Gott ablenkt, wird zu einem Götzen …

Jesus ist unser Vorbild. Haben wir ihn daher ständig vor Augen! Denken wir über das unendliche Opfer nach, das gebracht wurde, um uns aus der Sündenknechtschaft zu retten. Wenn wir beim Blick in den Spiegel erschrecken, dürfen wir uns nicht weiter in Sünden hinein wagen, sondern sollten sofort mit dem Blut des Lammes alle Flecken aus unseren Charakterkleid herauswaschen …

Viele kleiden sich wie die Welt, um einen größeren Einfluss auf Ungläubige zu haben; doch dies ist ein schlimmer Fehler. Wenn sie ein echter Einfluss zum Guten sein wollen, wird dies durch das Ausleben ihres Bekenntnisses geschehen und dadurch, dass sie ihren Glauben durch ihr gerechtes Handeln zeigen, sodass der Unterschied zwischen Jesu Nachfolgern und den Menschen dieser Welt deutlich wird. Lasst Worte, Kleidung, Taten für Gott zeugen! Dann geht ein heiliger Einfluss auf euer Umfeld aus und selbst Ungläubige werden merken, dass ihr mit Jesus lebt …

Groteske Auswüchse

Mode regiert die Welt. Sie ist eine Diktatorin, die ihre Untertanen oft dazu zwingt, äußerst unbequeme Unannehmlichkeiten auf sich zu nehmen. Die Mode verlangt grundlos Steuern und sammelt unbarmherzig Geld. Sie zieht Menschen in ihren Bann und kritisiert und verspottet die Armen, wenn sie ihr nicht auf Biegen und Brechen folgen. Satan jubelt, dass seine Maschen so viel Erfolg haben; der Tod lacht über die ungesunden Torheiten und den blinden Eifer derer, die am Modeschrein anbeten … Ständig überlegt er sich einen neuen Kleidungsstil, der Körper und Moral schadet, und ist begeistert, wenn erklärte Christen seine Modekreationen bereitwillig annehmen … Viele Kleidungsstile, die einst unanständig, ja lachhaft waren, sind durch die Mode ganz normal geworden. Zu diesen bösen Moden gehörten die großen Reifröcke, die oft zu Situationen führten, wo man sich unanständig entblößte.

Prinzipien der Kleidungsreform

Als Kontrast dazu wurde elegante, zurückhaltende, anständige Kleidung ohne Reifen und Schleppe empfohlen, die Arme und Beine angemessen kleidet. Doch die Kleidungsreform bestand nicht nur aus einem kürzeren Kleid und der Bekleidung von Armen und Beinen. Sie betraf jedes Kleidungsstück. Sie nahm Gewicht von den Hüften … entledigte sich aller Einengungen … bot Schutz und förderte die Entwicklung jedes Körperteils …

Halbherzigkeit und Extremismus

Viele unserer Schwestern nahmen die Reform grundsätzlich positiv auf, andere waren aber gegen den einfachen, gesunden Stil. Die Mode hatte sie so sehr im Griff, dass sie ihr nur schwer entkamen, um der Vernunft und dem Gewissen zu folgen. Viele Anhänger der Reform übernahmen nur die kürzeren Röcke und die Bekleidung von Armen und Beinen. Doch es gehörte mehr dazu! … Manche wollten auch das Gewissen von anderen spielen … Es gab viel böses Blut, weil sie das Reformkleid ständig ihren Schwestern aufdrängen wollten. Für Extremisten schien die Reform die Hauptsumme ihres Glaubens zu sein. Sie war ihr Gesprächsthema und Herzensanliegen. Dadurch entfernten sie sich innerlich von Gott und der Wahrheit … Ihnen fehlte die Gesinnung Jesu und echte Höflichkeit. Statt dessen lobten sie die neue vorteilhafte Kleidung und schienen auf ihre Einzigartigkeit stolz zu sein …

Modeschau im Gottesdienst?

Am Sonntag gleichen die Volkskirchen mehr einem Theater als einer Gottesdienststätte. Jeder Modestil wird zur Schau getragen. Die Armen trauen sich gar nicht mehr in diese Gebetshäuser. Ich bekam einmal mit, wie ein Gottesdienstbesucher einer dieser beliebten Kirchen sagte: »Das ist eine wunderbare Gelegenheit, die verschiedenen Moden zu studieren. Man kann die Wirkung der verschiedenen Kleidungsstile gut erkennen; außerdem hilft mir das auch in meinem Geschäft, wenn ich sehe, wie die verschiedenen Schnitte und Farben sich auf Figur und Teint auswirken. Hast du die tolle Schleppe und den schönen Hut gesehen? Jetzt weiß ich, wie sie angefertigt werden. Habe praktisch den ganzen Tag Nähstunden genommen, das werde ich gleich umsetzen.« Kein Wort über Jesus oder die Predigt. Wie, fragte ich mich, blickt Jesus auf diese Schmuck und extravagante Kleidung tragende Gemeinde? Wie stark tut man doch Gottes Haus Unrecht! Wenn Jesus auf Erden wäre und solche Kirchen besuchte, würde er nicht diese Unholde aus seines Vaters Haus austreiben? …

Mode als pädagogischer Einfluss

Das größte Unheil ist aber der Einfluss auf Kinder und Jugendliche. Fast schon sofort nach ihrer Geburt müssen sie sich nach der Mode richten. Kleine Kinder bekommen mehr über Kleidung zu hören als übers Evangelium. Sie sehen ihre Mütter intensiver über Modemagazinen brüten als über der Bibel. Sie gehen häufiger in Warenhäuser und Boutiquen als in die Kirche. Auf sie trifft zu: Außen hui, innen pfui! Kinder werden scharf zurecht gewiesen, wenn sie die guten Kleider schmutzig machen, und das Gemüt wird mürrisch und gereizt, weil es ständig angespannt ist. Ein verbogener Charakter stört die Mutter weniger als schmutzige Kleider. Das Kind hört mehr über Kleider als über Tugend. Denn die Mutter kennt die Mode besser als ihren Retter …

Wahre Werte fördern

Petrus gibt Jesu Nachfolgerinnen zum Thema Kleidung wertvollen Rat: »Euer Schmuck soll nicht der äußerliche sein, Haarflechten und Anlegen von Goldgeschmeide oder Kleidung, sondern der verborgene Mensch des Herzens in dem unvergänglichen Schmuck eines sanften und stillen Geistes, der vor Gott sehr kostbar ist. Denn so haben sich einst auch die heiligen Frauen geschmückt, die ihre Hoffnung auf Gott setzten.« (1. Petrus 3,3) Wir legen euch einfach nur eindringlich nahe, den Aufforderungen aus Gottes Wort nachzukommen. Lesen wir die Bibel? Nehmen wir uns ihre Lehren zu Herzen? Werden wir Gott gehorchen oder uns weltlichen Bräuchen anpassen? Dienen wir Gott oder dem Mammon? Können wir Herzensfrieden genießen und das Bewusstsein der Akzeptanz bei Gott, während wir gegen die Lehren seines Wortes verstoßen? …

Der Apostel Paulus hält die Nachfolger Jesu an, sich nicht der Welt anzupassen, sondern durch die Erneuerung ihres Sinnes verwandelt zu werden, »damit ihr prüfen könnt, was der gute und wohlgefällige und vollkommene Wille Gottes ist« (Römer 12,2). Doch viele erklärte Gotteskinder haben kein Problem damit, Gold, Perlen und teure Kleider zu tragen. Wer das aus Gewissensgründen nicht tut, gilt als engstirnig, abergläubisch und sogar fanatisch. Doch diese Aufforderungen kommen von Gott; es sind Erklärungen der unendlichen Weisheit. Wer sie missachtet, tut dies auf eigene Gefahr und wird sich auf der Verliererseite wiederfinden. Wer am Schmuck hängt, den Gott in seinem Wort verbietet, hegt Stolz und Eitelkeit im Herzen, möchte auffallen. Seine Kleidung sagt: Schau mich an! Bewundere mich! … Geht es uns aber allein darum, Gott zu gefallen, dann verschwindet aller nutzlose Schmuck …

Mode in der Spaßgesellschaft

Auffallende, extravagante Kleidung fördert allzu oft die Begierde beim Träger und weckt niedere Leidenschaften beim Betrachter. Gott sieht, dass der Charakter häufig verdorben wird, indem man Stolz und Eitelkeit beim Thema Kleidung Vorschub leistet. Er weiß, dass teure Kleidung den Wunsch erstickt, Gutes zu tun …

Wer ein nutzloses oder extravagantes Kleidungsstück trägt, beraubt den Nackten. Wer seinen Tisch mit unnötig vielen verschiedenen teuren Speisen belädt, nimmt dem Hungrigen sein Brot. Wie steht es um dich, der du dich Nachfolger Jesu nennst? … Lass nicht den Hilferuf der Witwe und des Vaterlosen gegen dich zum Himmel aufsteigen! Lass nicht das Blut von Seelen an deinen Kleidern gefunden werden! Verschwende nicht die kostbare Gnadenzeit mit Stolz im Herzen. Gibt es keine Armen zu besuchen? Keine trüben Augen, denen du Gottes Wort vorlesen könntest? Keine Verzweifelten, Mutlosen, die deinen Trost und deine Gebete brauchen? …

Mode, eine Heilsfrage?

Meine Schwestern, spielt nicht mit euren Seelen und mit Gott! Mir wurde gezeigt, dass eure Liebe zur Kleidung die Hauptursache für eure Abkehr von Gott ist. Deshalb habt ihr wichtige Aufgaben vernachlässigt und in eurem Herzen fast keinen Liebesfunken mehr für Gott übrig. Distanziert euch ohne Zögern von der Ursache eurer Abkehr! Denn ihr habt gegen euch und gegen Gott gesündigt. Lasst euch von der trügerischen Sünde nicht hart machen. Die Mode schwächt die Vernunft und vertreibt den Geist aus unseren Leuten. Modebewusstsein durchdringt unsere adventistischen Gemeinden und trennt mehr Menschen von Gott, als wir ahnen. Jede Zurschaustellung von Kleidung, die in Gottes Wort verboten ist, sollte ausreichend Grund sein, als Gemeinde Aufklärung zu betreiben. Wenn trotz Warnungen, Aufrufen und Bitten keine Änderung eintritt, sondern ein eigenwilliger Kurs gefahren wird, kann dies als Beweis dafür gewertet werden, dass das Herz in keiner Weise Jesus ähnlich wurde. Das Ich allein wird angebetet, und es reicht schon ein erklärter Christ dieser Sorte, um viele von Gott wegzuführen.

Auf uns als Gemeinde ruht die schreckliche Sünde, nichts dagegen zu tun, dass unsere Gemeindeglieder sich auf eine Weise kleiden, die nicht zu ihrem Glauben passt. Es gilt, unverzüglich aufzustehen und die Tür vor den Verlockungen der Mode zu verschließen. Tun wir das nicht, werden unsere Gemeinden ihre Moral verlieren.

Auszüge aus Testimonies for the Church 4, 628-647.


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