Freitag, 15 September 2017 – 08:31 Uhr

Eine 160 Jahre alte Vision macht Mut: Blick in die Zukunft

Blick in die Zukunft

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Schon heute können wir das lernen, was wir bald brauchen. Von Ellen White

Mir wurden Gottes Nachfolger gezeigt. Ich sah, dass sie extrem aufgewühlt waren. Einige riefen mit starkem Glauben unter Tränen laut zu Gott. Ihre Gesichter waren blass und von tiefer Sorge gezeichnet, was ihren inneren Kampf zum Ausdruck brachte. Bestimmtheit und großer Ernst waren in ihren Gesichtern zu lesen. Große Schweißtropfen liefen ihnen von der Stirn. Hin und wieder erhellte sich ihr Blick unter Gottes Zustimmung. Dann legte sich wieder dieselbe ernste, intensive, gespannte Atmosphäre auf sie.

Dämonen drängten sich um sie, zwangen ihnen ihre Finsternis auf, um ihnen den Blick auf Jesus zu versperren. Die Finsternis sollte sie so verwirren, dass sie Gott misstrauen und als nächstes gegen ihn murren würden. Ihre einzige Chance bestand darin, weiter unverwandt nach oben zu schauen. Engel waren für Gottes Nachfolger verantwortlich. Als die giftige Atmosphäre der Dämonen sich auf sie legte, vertrieben ihre verantwortlichen Engel über ihnen mit den Flügeln die dichte Finsternis.

Ich sah einige, die nicht mit Gott im Gebet rangen. Sie schienen gleichgültig und sorglos zu sein. Sie widersetzten sich der Finsternis nicht und wurden von ihr förmlich verschluckt. Die Engel Gottes überließen sie sich selbst und wandten sich den ernsten Betern zu. Ich sah, wie Gottes Engel jeder Person zu Hilfe eilten, die sich mit aller Kraft den Dämonen widersetzte und die Gott ausdauernd um Hilfe anrief. Doch wer keinerlei Einsatz brachte, wurde von den Engeln sich selbst überlassen und verschwand in der Finsternis.

Während die Beter weiter Gott anriefen, schien manchmal ein Lichtstrahl von Jesus auf sie, ermutigte sie und ihre Gesichter erhellten sich.

Ich fragte, was diese Sichtung zu bedeuten habe. Mir wurde gezeigt, dass sie durch die deutliche Botschaft ausgelöst wurde, die aufgrund der Empfehlungen des Treuen Zeugen an Laodizea verkündet würde. Sie wird die offenen Herzen nicht unberührt lassen. Wer sie empfängt, wird den Standard heben und allen reine Wahrheit einschenken. Diese klaren Aussagen können einige nicht ertragen. Sie werden sich dagegen auflehnen. Das wird unter Gottes Leuten zu einer Sichtung führen.

Ich sah, dass die Aussagen des Treuen Zeugen nicht einmal zur Hälfte beherzigt worden sind. Die ernsten Aussagen, an denen das Schicksal der Gemeinde hängt, wurden auf die leichte Schulter genommen, wenn nicht sogar völlig ignoriert. Diese Aussagen sind dazu gedacht, tiefe Reue zu bewirken. Wer sie sich wirklich zu Herzen nimmt, wird sich nach ihnen richten und gereinigt werden.

Der Engel sagte: »Horch!« Da erklang eine Stimme, die einer Kombination von vielen Musikinstrumenten glich und einen absolut harmonischen Hörgenuss schuf. Sie übertraf alles, was mir an Musik bisher zu Ohren gekommen war. Sie war so unglaublich barmherzig, mitfühlend, erhebend und voll heiliger Freude, dass mich ein Schauer nach dem anderen durchlief. Der Engel sagte: »Schau!« Da richtete sich meine Aufmerksamkeit auf die extrem aufgewühlte Schar von eben. Mir wurden die gezeigt, die ich vorher weinend, betend und innerlich ringend gesehen hatte. Ich sah, dass sich die Schar von Schutzengeln um sie her verdoppelt hatte. Jetzt waren sie von Kopf bis Fuß mit einer Rüstung bekleidet. Sie bewegten sich im Gleichmarsch wie eine Kompanie Soldaten. In ihren Gesichtern stand der schwere Konflikt geschrieben, den sie durchgemacht hatten, das quälende Ringen, das sie erlebt hatten. Doch ihre Gesichtszüge, in denen man noch die schwere innere Not lesen konnte, strahlten jetzt vom Licht und der Herrlichkeit des Himmels. Sie hatten den Sieg errungen, das machte sie unendlich dankbar und löste eine heilige und geistliche Freude in ihnen aus.

Die Schar war kleiner geworden. Einige waren ausgesichtet worden und am Wegrand zurückgeblieben. Die Sorglosen und Gleichgültigen konnten mit ihnen nicht Schritt halten. Sie hatten auf Sieg und Rettung keinen Wert gelegt. Sie hatten nicht gerungen, durchgehalten und gefleht. Darum schafften sie es auch nicht. Sie blieben in der Finsternis zurück. Doch ihre Zahlen wurden sofort von anderen aufgefüllt, die die Wahrheit annahmen und sich in die Schar einreihten. Zwar drängten die Dämonen sich auch jetzt immer noch um sie, aber ihr Zauber war gebrochen.

Ich hörte, wie die Gerüsteten die Wahrheit mit großer Wirkung verkündigten. Ich sah Gebundene frei werden. Einige Frauen waren an ihre Männer gebunden gewesen, einige Kinder an ihre Eltern. Die Aufrichtigen, denen man die Wahrheit vorenthalten hatte, nahmen die Worte der Wahrheit nun begierig auf. Alle Angst vor ihren Verwandten war verflogen. Die Wahrheit allein war ihnen wichtig. Sie war ihnen lieber und kostbarer als ihr Leben. Hunger und Durst hatten sie nach Wahrheit gehabt. Ich fragte, was den großen Wandel bewirkt hätte. Ein Engel antwortete: »Es ist der Spätregen. Die Erfrischung aus der Gegenwart des HERRN. Der laute Ruf des dritten Engels.«

Die Auserkorenen wurden von großer Macht begleitet. Der Engel sagte: »Schau!« Jetzt sah ich die Bösen, oder Ungläubigen. Sie waren völlig außer sich. Der Eifer und die Macht von Gottes Schar erzürnte sie über die Maßen. Überall brach Chaos aus. Ich sah, dass gegen diese Schar, die Gottes Macht und Licht besaß, Maßnahmen ergriffen wurden. Die Finsternis um sie her wurde immer dichter. Doch sie standen aufrecht. Gottes Gunst ruhte auf ihnen, und sie vertrauten ihm. Aber ich sah sie auch ratlos. Dann hörte ich sie intensiv zu Gott flehen. Tag und Nacht riss ihr Schreien nicht ab. Ich hörte die Worte: »Dein Wille, o Gott, geschehe! Wenn es deinen Namen verherrlicht, dann schaffe deinen Leuten einen Ausweg! Befreie uns von den Heiden um uns her! Sie wollen uns umbringen; doch dein Arm kann uns retten.« Das ist alles, woran ich mich erinnern kann. Ich hatte den Eindruck, dass sie sich ihrer Unwürdigkeit völlig bewusst waren und sich absolut in Gottes Willen schickten. Jeder Einzelne – und zwar ohne Ausnahme – flehte intensiv zu Gott und rang wie Jakob um Befreiung.

Bald nachdem sie intensiv zu beten begonnen hatten, eilten die Engel voller Mitgefühl zu ihrer Befreiung herbei. Doch ein großer, führender Engel hielt sie zurück. Er sagte: »Gottes Wille ist noch nicht ganz erfüllt. Sie müssen den Kelch trinken. Sie müssen mit der Taufe getauft werden.«

Bald hörte ich Gottes Stimme, sodass Himmel und Erde erbebten. Es entstand ein gewaltiges Erdbeben. Überall stürzten Gebäude in sich zusammen. Dann hörte ich laute, musikalische und klare Triumphrufe. Ich sah die Schar derer, die kurz vorher noch so in Not und Bedrängnis gewesen war. Ihre Gefangenschaft war gewendet. Sie standen in herrlichem Licht. Wie schön sie aussahen! Alle Müdigkeit und Sorgenfalten waren verschwunden. Gesundheit und Schönheit leuchtete aus ihrem Gesicht. Ihre Feinde, die Heiden fielen wie tot zu Boden. Sie konnten das Licht der befreiten Heiligen nicht ertragen. Das Licht und die Herrlichkeit wichen nicht mehr von ihnen, bis Jesus in den Wolken des Himmels erschien und bis die gläubige, geprüfte Schar in einem Augenblick von Herrlichkeit zu Herrlichkeit verwandelt wurde. Dann öffneten sich die Gräber und die Heiligen kamen hervor, bekleidet mit Unsterblichkeit. Sie riefen den Sieg über Tod und Grab aus und wurden gemeinsam mit den lebendigen Heiligen entrückt, um ihrem Herrn in der Luft zu begegnen; während gewaltige Lobgesänge aus den Mündern der unsterblichen Heiligen erschollen und von der Herrlichkeit und dem Sieg kündeten.

Review and Herald, 31. Dezember 1857


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