Mittwoch, 27 September 2017 – 09:00 Uhr

Wissenschaftliche Belege für eine junge Erde: Sind Dinosaurier viel jünger als angenommen?

Sind Dinosaurier viel jünger als angenommen?

© Durbed, durbed.deviantart.com/art/Happy-New-Year-from-Hell-Creek-345906630, CC BY-SA 3.0, commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=37131266

Oder: Was nicht sein darf, kann nicht sein. Von Johannes Kolletzki

Die Hell Creek-Formation im westlichen Nordamerika ist eine wahre Schatzgrube für Fossilien aller Art und besonders berühmt für ihre Dinosaurierfunde. Bekannte Sauriergattungen wie Tyrannosaurus und der dreihörnige Triceratops, aber auch unzählige Säugetiere, Fische, Reptilien und Pflanzen sind hier zutage gefördert worden.

Doch gerade diese geologische Formation versetzte die Vertreter der Evolutionstheorie in helle Aufregung, als die Molekular-Paläontologin Mary Schweitzer 2005 Überreste von Blutgefäßen und Zellen fand – im Oberschenkelknochen eines Tyrannosaurus Rex, der eigentlich fast 70 Millionen Jahre alt sein sollte. „Ich war total überrascht“, sagte die Forscherin der Zeitschrift Science, „und konnte es erst glauben, als wir den Versuch 17-mal durchgeführt hatten.“

Ihr Unglaube hat seinen Grund: Normalerweise ist das empfindliche Weichgewebe das Erste, was nach dem Tod eines Lebewesens zerfällt. „Nach den Gesetzen von Chemie und Biologie und allem, was wir wissen, dürfte es nicht vorhanden sein; es müsste vollständig abgebaut sein“, meinte Schweitzer 2010 in einem Interview (6:37 min). Entsprechend erschüttert reagierte die evolutionistische Fachwelt auf die Entdeckung: Das Smithsonian-Institut nannte sie einen „Schocker“, das Discovery-Magazin „gefährlich“, die Nachrichtenshow 60 Minutes sprach von einer „radikalen Herausforderung der existierenden Wissenschaftsregeln“. Der deutsche Spiegel ließ die totale Unvereinbarkeit des Fundes mit der Evolutionslehre einfach unerwähnt und sinnierte stattdessen über die fantastischen Möglichkeiten für Klonforscher, sollte man auf Saurierzellen mit intakter DNS stoßen.

Interessanterweise ist Mary Schweitzer zwar bekennende Christin, doch hält sie die Chronologie der Evolutionstheorie für glaubhafter als den biblischen Bericht von Schöpfung und Sintflut. So brachte sie selbst 2013 die These auf, Eisen könnte den Zerfall des Gewebes über Jahrmillionen verhindert haben, ähnlich der Wirkung von Formaldehyd. In einem Experiment stellte sie fest, dass Hämoglobin die Haltbarkeit von Gewebe bei Raumtemperatur von etwa drei Tagen auf über zwei Jahre erhöht. Doch diese Entdeckung stärkt eher die Position der Kreationisten, wie der Chemiker Dr. Jonathan D. Sarfati erklärt:

„Aus biblisch-kreationistischer Sicht macht dies bis zu einem gewissen Punkt durchaus Sinn. Die gemessenen Zerfallsraten einiger Proteine passen zu einem [Fossilien-]Alter von etwa 4 500 Jahren (seit der Sintflut), aber nicht zu Jahrmillionen. Aber selbst nach 4 500 Jahren ist es überraschend, nicht nur Eiweiße, sondern auch Zellmikrostrukturen vorzufinden, wenn man bedenkt, wie schnell sie normalerweise von Bakterien angegriffen werden. Diese Ansätze können helfen zu erklären, wie sie Jahrtausende überleben konnten, aber für Jahrmillionen sind sie völlig unglaubwürdig …, da diese Art Konservierung den gewöhnlichen Zerfall durch Wasser (Hydrolyse) über lange Zeiträume nicht aufhalten würde.“

Mittlerweile ist Schweitzers Gewebefund in einem fossilen Knochen kein Einzelfall mehr. Bei weiteren Studien stieß sie auf rote Blutkörperchen, Blutgefäße, Knochenzellen und sogar Hämoglobin und Kollagen, darunter ein angeblich 80 Millionen Jahre alter Entenschnabeldinosaurier. 2012 fand sich sowohl DNS in Fossilien als auch radioaktives C14, das für die Radiokarbon-Datierung verwendet wird und nach spätestens 60 000 Jahren komplett zerfallen ist.

Die etablierte Wissenschaft scheint nicht willens, die wachsende Anzahl von Funden als das zu akzeptieren, was sie offensichtlich sind: Belege für eine junge Erde, auf der noch vor wenigen Tausend Jahren Dinosaurier gelebt haben. Selbst eine Evolutionistin wie Mary Schweitzer hat zunehmend Mühe, ihre Ergebnisse zu publizieren.

Auch ein anderer Fall, der vor einigen Jahren in der Hell Creek-Formation begann und kürzlich einen Abschluss gefunden hat, zeigt den großen Widerstand gegen evolutionskritische Forschung. Es geht um den Biologen und Mikroskopierer Mark Armitage, einen bekennenden Junge-Erde-Vertreter. Mark Armitage wurde 2010 als Leiter des Mikroskopielabors der Biologieabteilung an der California State University Northridge (CSUN) angestellt und war bei Kollegen und Studenten für seine gute Arbeit anerkannt. Rund 30 Fachartikel über Mikroskopie hatte er bisher veröffentlicht.

2012 entdeckte er das bisher größte im Hell Creek-Gebiet gefundene Horn eines Triceratops, der nach gängiger Ansicht vor 65 Millionen Jahren gelebt hat. Als er Teile des Fossils in seinem Labor unter das Mikroskop legte, stieß er überraschend auf noch intaktes Weichgewebe – wie 7 Jahre zuvor Mary Schweitzer mit ihrem Tyrannosaurus-Knochen. Er publizierte seine Ergebnisse im Juli 2013 in der Fachzeitschrift Acta Histochemica.

Zwei Wochen später war er seinen Job an der Universität los. Ein Biologie-Professor war in sein Büro gekommen und hatte gesagt: „Wir werden deine Religion in dieser Fakultät nicht dulden.“ Ein Kollege beschrieb die Vorgänge als „Hexenjagd“. Die offizielle Begründung für seine Kündigung lautete „Restrukturierungsmaßnahmen“.

Doch Armitage wollte nicht klein beigeben. Er strengte einen Prozess an mit der Begründung, er sei aus religiösen Gründen entlassen worden. Zwei Jahre lang bemühte sich die kalifornische Staatsuniversität erfolglos, den Richter davon zu überzeugen, das Verfahren sei gegenstandslos. 2016 kam es zu einer außergerichtlichen Einigung, in der die CSUN ihrem gefeuerten Mitarbeiter eine Zahlung von 400 000 Dollar zusagte.

Während die Universität sich formal zur Religionsfreiheit bekennt und betont, die Einigung sei freiwillig und keineswegs ein Schuldeingeständnis, preist Armitages Anwalt Alan Reinach das Übereinkommen als bahnbrechenden Präzedenzfall: „Uns ist kein anderer Fall bekannt, der zugunsten von Kreationisten ausging. Es ist wahrhaftig ein historisches Ereignis.“ Zu den abwiegelnden Worten der Universität meint er: „Sie würden bestimmt nicht so viel Geld zahlen, hätten sie nicht erkannt, dass wir sie auf frischer Tat ertappt haben. Das Land investiert nicht große sechsstellige Summen in eine Einigung, außer sie haben wirklich Sorge zu verlieren.“

Dass Fossilien, die angeblich zig Millionen Jahre alt sind, empfindliches Gewebe und komplexe Moleküle wie Proteine enthalten, die unter normalen Umständen bereits nach wenigen Tagen zerfallen, ist für Evolutionisten ein gewaltiges und kaum lösbares Problem. Es ist schwer, dem naheliegenden Schluss zu entkommen, dass noch vor einigen Tausend Jahren auf diesem Planeten Dinosaurier gelebt haben. Aber weil eine Evolutionslehre ohne Jahrmillionen in sich zusammenbricht, ziehen manche Wissenschaftler es vor, die Fakten zu ignorieren. Mary Schweitzer berichtet: „Ein Kollege, der meinen Artikel gegenlas, sagte mir, meine Daten seien ihm egal; er wisse, dass so ein Ergebnis unmöglich sei … Ich schrieb zurück: ‚Was für Daten würden Sie denn überzeugen?‘ Er antwortete: ‚Keine.‘“

Kein Wunder, dass die Dramatik dieser Entdeckungen bisher wenig in die Öffentlichkeit getragen wird. Doch wie lange noch? Denn die Kette von Funden reißt nicht ab:  Anfang 2017 wurde berichtet, dass chinesische Wissenschaftler das Eiweiß Kollagen in den Rippen eines Lufengosaurus gefunden haben, der auf 195 Millionen Jahre datiert wird – noch einmal rund 120 Millionen Jahre älter als jedes bisherige Fossiliengewebe.

Mit freundlicher Genehmigung von Amazing Discoveries
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